image1

Restauration VW-Bus Bulli T1 Dach

Restauration VW-Bus Bulli T1 Dach

Werbung - hier schalten!

In Kapitel  4 unseres Bus-Projektes befassen wir uns mit Sektion „Dach“. Beim näheren Betrachten wird schnell klar, dass auch hier wieder viel Arbeit auf uns wartet.

 

Restauration-VW-Bus-T1-Dach-1

 

Restauration-VW-Bus-T1-Dach-2

 

Zuerst solltet Ihr euch einen allgemeinen Überblick verschaffen was an Arbeiten zu tun ist. Bei gründlicher Untersuchung ist auch beim Dach klar, dass es auch hier mehrere Stellen zu reparieren gibt. Bei solchen Arbeiten solltet Ihr immer mit den umfangreichsten Sektionen beginnen. Der Grund ist dabei relativ einfach. Wenn man mit einfachen Aufgaben beginnt und dann an den schwierigen Aufgaben scheitert ist die bereits investierte Zeit auch dahin. Diese Strategie hat sich in der Vergangenheit bewährt und ist nur zu empfehlen. Nachdem ich mir die erste Baustelle ausgesucht habe verschaffe ich mir einen genaueren Überblick indem ich die noch vorhandene Blechsubstanz gründlich von der alten Farbe befreie. Hierbei bietet sich ein Drahtigelaufsatz für den Winkelschleifer an da dieser nicht nur stark verrostetes Blech sondern auch Kunststoff wie Glasfaser entfernt und am Ende nur Blech mit solider Substanz übrig bleibt. An dieser Stelle nicht unvorsichtig werden und bitte bei der Entlackung unbedingt Schutzbrille, Handschuhe und Gehörschutz tragen. Da  sich durch lösende Drahtstückchen des Drahtigels hier erhöhte Verletzungsgefahr droht. Desweiteren kann sich der Igel in engen Stellen verkannten und einem den Winkelschleifer aus der Hand reißen. Also immer schön Konzentrieren und nicht vorsätzlich mit eurer Gesundheit umgehen. Nachdem der Lack entfernt ist sieht die Sache schlimmer aus als gedacht.

 

Restauration-VW-Bus-T1-Dach-3

 

Restauration-VW-Bus-T1-Dach-4

 

Restauration-VW-Bus-T1-Dach-5

 

Bereits In dieser Phase ist es schon sinnvoll die noch bestehenden Blechteile auszumessen bzw. mit Fotos zu dokumentieren da wir die verrosteten Teile ja weitestgehen Originalgetreu nachbauen wollen um natürlich etwas Geld zu sparen. Wer natürlich finanziell kein Limit hat kann durchaus Reparaturbleche verwenden. Wenn man zuerst alles rausschneidet was verrostet ist lässt sich die Originalstruktur nur sehr schwer maßhaltig nachfertigen. Also nachdem wir alles schön ausgemessen, notiert und mit Fotos dokumentiert schneiden wir Schritt für Schritt alles was verrostet ist raus bis nur noch Blech mit guter Substanz übrig bleibt an der man neues Blech ansetzen kann. Stück für Stück schneide ich alles was verrostet ist heraus bis am Ende nur noch stabiles Blech für den Neuaufbau übrig bleibt.

 

Restauration-VW-Bus-T1-Dach-6

 

Restauration-VW-Bus-T1-Dach-7

 

Restauration-VW-Bus-T1-Dach-8

 

Restauration-VW-Bus-T1-Dach-9

 

Nach umfangreicher Untersuchung der Dachkonstruktion konnte ich dem Ausgangspunkt dieser schlimmen Rostbeschädigung auf die Schliche kommen. Es stellte sich heraus, dass sich im Laufe der Zeit ein Anschluss für den Regenwasserablauf des Schiebedaches durch Rost zersetzte. Jedes Auto was ein Schiebedach besitzt ist an dieser Stelle nie zu 100% dicht. Dabei dringt immer wieder Wasser durch die Dichtungen zwischen der Dachkonstruktion und dem Schiebedach. Aus diesem Grunde haben die Ingenieure eine Art Regenrinne in die Schiebedachkonstruktion integriert. Das durchströmende Wasser wird in dieser Rinne gesammelt und mittels Schläuche vom Schiebedach bis zum Unterboden des Fahrzeuges geleitet wo es dann auf die Straße läuft. Im Fall unseres Busses löste sich eben durch Korrosion einer dieser Schläuche und das eindringende Wasser wurde nicht zum Boden geleitet sondern lief an der Innenseite unseres aus Sperrholz bestehenden Himmels in den Seitenbereich über die Schiebetür und sammelte sich dort. Dadurch entstand dieser schwere Rostschaden an unserem Bus. Nachdem also der Rost entfernt ist kann der Neuaufbau dieses Bereiches erfolgen. Da ich natürlich vor dem Heraustrennen ordentliche Aufzeichnungen angefertigt habe, sind mir die Ursprungskonstruktion und deren Maße bekannt. Die geraden Teilstücke werden einfach in einem Schraubstock abgekantet.  Für längere Abkantungen bietet es sich an, sich eine Abkanthilfe zu basteln. Zum Bsp. Eine Stahlschiene an der das Blech fixiert und dann abgekantet wird. Auf diese Weise sind die Reparaturbleche dieser Dachsektion hergestellt worden. Die unteren Bleche habe ich etwas überstehen lassen da aus diesem Blech später durch Abkantung die Regenablaufrinne des Busses entstehen wird. Die Verschweißung der Unteren Bleche erfolgt mittels Punktschweißverfahren, da dies eine hohe Steifigkeit verspricht und sich in diesem Bereich des Daches anbietet. Aus diesem Grund habe ich die vielen Löcher in das Blech gebohrt. Alle sonstigen Bleche werden mit vielen Einzelpunkten verschweißt damit sich der Blechverzug Aufgrund der Hitze in Grenzen hält. Nachdem alles weitestgehen verschweißt wurde, werden die in der weiteren Konstruktion störende Schweißpunkte verschliffen und die Bereiche die später nicht mehr sichtbar sein werden großzügig mit Rostschutzfarbe behandelt. An Stellen wo später weitere Bleche angesetzt werden kann man auch schweißbare Grundierung verwenden. Somit sollte sich die Neubildung von Rost auch in Grenzen halten.

 

Restauration-VW-Bus-T1-Dach-10

 

Restauration-VW-Bus-T1-Dach-11

 

Restauration-VW-Bus-T1-Dach-12

 

Restauration-VW-Bus-T1-Dach-13

 

Während die Farbe trocknet fertige ich die Bleche für den Rand des Daches. Die untere Kante des Reparaturbleches wird mit meiner Abkantvorrichtung leicht abgekantet. Das obere Ende des Bleches wird mit einer Absetzzange abgesetzt. Dies erhöht die Steifigkeit, das alte sowie neue Blech befindet sich somit annähernd auf einer Ebene  und nach dem Verschleifen der Schweißpunkte ist von dem Blechübergang so gut wie nichts mehr zu sehen. Indem das Blech auf einem Rohr gebogen wird lässt sich die Rundung des Daches sehr gut Nachbilden.

 

Restauration-VW-Bus-T1-Dach-14

 

Da sich so umfangreiche Arbeiten nicht immer gleich an einem Tag realisieren lassen, ist es empfehlenswert auch zwischendurch schon immer einmal bereits eingeschweißte Bleche mit Rostschutzfarbe zu behandeln. Nach Einschweißen der Bleche und Verschleifen der Schweißpunkte geht es an die Rekonstruktion der Regenrinne. Aus diesem Zwecke habe ich im Vorfeld das Blech etwas Überstehen lassen. Indem ich vom vorderen Ansatz der Regenrinne bis zu dem hinteren Ansatz dieser Rinne einen einfachen Strick mit etwas Spannung auf das Überstehende Blech gelegt habe hatte ich von Vorn bis Hinten eine gerade Linie. Im nächsten Schritt habe ich mit etwas Mattschwarz über das Blech mit dem Strick gesprüht und dadurch wurde diese gerade Linie nach entfernen des Strickes auch sichtbar. Unter dem Strick ist das Blech noch Blank währenddessen der Rest Schwarz angesprüht ist. An dieser sehr gut sichtbaren Linie habe ich einfach mit einer selbst gebastelten Abkantzange das Blech nach oben gekantet. Mit dem gleichen Trick habe ich Dann die obere Line erzeugt die die Regenrinne nach oben begrenzt. An dieser Linie habe ich dann das überstehende Blech mit dem Winkelschleifer abgeschnitten.  In den folgenden Bildern seht ihr an welcher Stelle ich den Strick gespannt habe bzw. das fertige Ergebnis nach Abschluss der Arbeiten.

 

Restauration-VW-Bus-T1-Dach-15

 

Restauration-VW-Bus-T1-Dach-16

 

Nachdem die erste große Baustelle des Daches blechmäßig abgeschlossen ist können die restlichen kleineren Baustellen in Angriff genommen werden. Da der Bus im Laufe seines Lebens als Funkwagen bzw. auch als Wohnmobil genutzt wurde gibt es diverse Löcher und Halterungen im Dach die es zu entfernen gibt. Da das alte Schiebedach auch nicht mehr zu retten ist habe ich dieses auch geschlossen. Um im Vorfeld schon der Rostbildung vorzubeugen habe ich die Schweißstellen sowie die einzuschweißenden Bleche mit Rostschutzfarbe vorbehandelt. Die Bleche habe ich mit vielen einzelnen, örtlich versetzten Schweißpunkten verschweißt um Blechverzug durch zu viel Hitzeeinwirkung zu vermeiden.

 

Restauration-VW-Bus-T1-Dach-17

 

Restauration-VW-Bus-T1-Dach-18

 

Nachdem alle Schweißpunkte schön abgekühlt und sauber Verschliffen sind kann es mit dem Spachteln losgehen. Es ist nicht ungewöhnlich, dass 1 oder 2 Spachtelvorgänge nicht ausreichen. Ihr müsst euch mit vielen Einzelschritten an das perfekte Ergebnis heranarbeiten. Also großzugig Spachteln, antrocknen lassen und dann Mattschwarz als Kontrollfarbe auf den Spachtel nebeln. Das Ganze dann schleifen. Es gilt hier dir Regel je größer die Fläche die zu glätten ist, desto größer sollte auch der Schleifklotz sein damit am Ende alles glatt wird. An den bereits geschliffenen Stellen wo jetzt noch dass Mattschwarz durchscheint seid ihr noch zu tief. Das heisst Ihr müsst diese Stellen noch einmal Nachspachteln, mit Schwarz benebeln und großflächig Schleifen. So bekommt ihr das Ganze nach und nach auf eine Ebene und somit am Ende auch schön glatt. Also nicht die Geduld verlieren. Hier nochmals der Hinweis, dass Ihr euch bitte von Billigprodukten aus den Bereichen: Lack, Spachtelmassen und diverse Verbrauchsmaterialien distanzieren solltet. Bitte solche Dinge nur aus dem Fachhandel beziehen. Bei beispielsweise billigem Mattschwarz verklebt euch nur das Schleifpapier und ihr werdet anschließend das Schwarz wieder mit Verdünnung abwaschen müssen. Also lieber ein paar Cent mehr ausgeben, da sich Fehlinvestitionen sich hier gnadenlos rächen.

 

Restauration-VW-Bus-T1-Dach-19

 

Spachtel kann mit 80er Körnung geschliffen werden. Der Nachschliff sollte mit 240er bis 320er Körnung erfolgen damit die Kratzer die durch das 80er Papier entstanden sind nicht mehr sichtbar sind. Die Kratzer die durch das 240er bzw. 320er Schleifpapier entstanden sind werden durch Grundierungen im Regelfalle vollständig gefüllt. Auch bei Schleifpapier solltet ihr von billigen Materialien Abstand nehmen. Die tatsächliche Kennzeichnung der Körnung weicht erfahrungsgemäß gern mal ab. Im Klartext heißt das, wenn Ihr billiges 80er Schleifpapier kauft entspricht das nicht selten etwa der Körnung von hochwertigem 60er Schleifpapier. Die Kratzer die dabei entstehen bekommt Ihr so leicht mit 240er nicht weg. Somit müsst Ihr vermutlich die später aufgebrachte Grundierung erneut mit 240er schleifen und nochmals Grundieren um alle Kratzer zu entfernen. Also spart hier bitte nicht am falschen Ende. Da nach mehreren anstrengenden Spachtel und Schleif-Durchgängen das Dach nun ausreichen vorbereitet ist. Kann im nächsten Schritt die Grundierung auf das Dach kommen. Offensichtlich habe ich gute Arbeit abgeliefert, da von den ursprünglichen Beschädigungen nichts mehr zu erahnen ist.

 

Restauration-VW-Bus-T1-Dach-20

 

Damit wären wir auch schon am Ende des vierten Kapitels angelangt. Wir freuen uns schon darauf Euch demnächst zum nächsten Kapitel hier auf www.motorenfans.de begrüßen zu dürfen.

 

zurück zu 

©Marco Hänel - Die Bilder und der Text sind urherberrechtlich geschützt und dürfen nicht kopiert oder andersweitig verwendet werden.

Urheberrecht-Copyright, by Marco Hänel:

Sämtliche Inhalte, Fotos, Texte und Graphiken sind urheberrechtlich geschützt. Sie dürfen ohne vorherige schriftliche Genehmigung weder ganz noch auszugsweise kopiert, verändert, vervielfältigt oder veröffentlicht werden. © Marco Hänel

Urheberrecht ‐ Copyright: All contents, photos, texts and graphic arts are protected by copyright. They may be changed not without previous written approval neither completely nor in extracts copied, be multiplicated or be published. © Marco Hänel

2018  Motorenfans   globbers joomla templates
Diese Seite verwendet Cookies. Durch die weitere Nutzung der Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.
Weitere Informationen Ok